19_Hört auf, alles zu überdesignen.
Shownotes
In dieser Folge denke ich laut darüber nach, warum sich gerade so viel Design gleich anfühlt, obwohl es visuell sauberer und schöner ist als je zuvor. Ich nehme dich mit zu einer Beobachtung aus dem Alltag, einem kleinen Imbiss in Köln, der aus gestalterischer Sicht eigentlich alles falsch macht und genau deshalb funktioniert. Im Kontrast dazu stehen all die neuen Läden, die aussehen wie ein perfektes Editorial und trotzdem nichts hinterlassen, weil sie sich zu sehr an Ästhetik orientieren und zu wenig an echter Wirkung.
Ich spreche darüber, warum wir als Designerinnen oft für den Feed gestalten statt für reale Nutzung, warum Mockups stärker wirken als die Ideen dahinter und wie wir uns damit selbst die Grundlage entziehen, ernst genommen und gut bezahlt zu werden. Es geht um den Unterschied zwischen Gestaltung und Entscheidung, um die Frage, welche Rolle du wirklich einnimmst und warum flache Hierarchien nichts daran ändern, dass diese Ebenen existieren.
Außerdem geht es um den Widerspruch im Personal Branding. Wir sprechen von Persönlichkeit und bauen gleichzeitig Oberflächen, die alles Persönliche rausfiltern. Wenn du wissen willst, warum sich dein Design manchmal richtig anfühlt, aber nicht trägt, dann liegt die Antwort genau dazwischen. Wenn du tiefer in das Thema Konzept, Entwurf und klare Designentscheidungen einsteigen willst, dann schau dir meine Masterclass am 8.5. um 10 Uhr an. Ich nehme dich mit in meine Illustrator-Datei und zeige dir, wie aus Ideen tragfähige Konzepte werden. Link in der Bio.
Sieht gut für dich aus.
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00:00:12: Ich denke mal laut.
00:00:13: Und heute ein bisschen strukturierter, weil ich gemerkt habe dass das Thema größer ist als nur ein kurzer Gedanke!
00:00:33: Ich sehe gerade mehrere Dinge gleichzeitig passieren und die möchte ich mit euch teilen.
00:00:46: Also Beobachtung eins, wir haben Angst vor Unperfektheit!
00:01:06: mehrere Schriftarten gleichzeitig, der Name einmal komplett in Großbuchstaben dann wieder gemischt.
00:01:12: Dann mal mit Outline, dann mal ohne Outline.
00:01:15: die Blautöne passen meistens beziehungsweise eigentlich wirklich nie zusammen.
00:01:20: ein Element ist fett das andere dünn Es fehlt wirklich nur noch der Schlagschatten.
00:01:26: Und trotzdem funktioniert der Laden, trotzdem steht da jeden Tag eine fette Schlange und Möchte bei diesem Imbissessen – nicht… ja, obwohl es So aussieht, sondern ich glaube genau deshalb.
00:01:41: Weil dieser Imbiss sich nicht verbiegt!
00:01:43: Weil er nicht aussehen will wie der nächste Concept Store.
00:01:47: Der will kein ästhetisch perfekter Raum sein, der will einfach Imbis sein.
00:01:51: und genau da spürt man.
00:01:54: Und dann laufe ich durch die Stadt und sehe das komplette Gegenteil Diese ganzen Läden die überall plötzlich aufmachen Donuts, Zimtschnecken, Drinks irgendwelche Foodkonzepte.
00:02:04: Alles sieht aus Wie ein Kosmetikstudio oder wie ein Juwelier.
00:02:10: Produkte stehen auf kleinen weißen Sockeln hinter Glas, perfekt ausgeleuchtet, alles reduziert!
00:02:17: Alles irgendwie drappiert, alles kontrolliert.
00:02:21: und einmal ist es vielleicht spannend ja aber wenn du das zum zehnten Mal siehst ist es egal weil nichts mehr hängen bleibt.
00:02:28: Wofür steht eigentlich die Marke?
00:02:30: Für den Geschmack oder die Ästhetik?
00:02:34: Und ich glaube dass auch der nächste Punkt Dieses ganze Design ist oft gar nicht dafür gemacht, im echten Leben zu funktionieren.
00:02:43: Es ist dafür gemacht gut auszusehen – im Feed auf einem Screenshot!
00:02:48: In irgendeinem Moment aber NICHT über Zeit, nicht im Raum und nicht in der ECHten-Nutzung.
00:02:56: Und genau da kippt es.
00:02:58: Design wird zur Oberfläche, zu etwas das Schönes aber nichts trägt….
00:03:02: …und wenn wir als Designerinnen damit spielen….
00:03:06: Dann haben wir ein Problem, weil wir genau diese Ästhetik bedienen.
00:03:11: Weil sie funktioniert, weil sie Likes bekommt und sich gut anfühlt.
00:03:15: aber wir stellen uns viel zu selten die Frage ob sie auch die Richtige ist!
00:03:20: Die richtige Entscheidung für die Marke, für das was eigentlich transportiert werden soll und damit wird Design beliebig.
00:03:29: Ich weiß es wollen immer alle nicht hören Aber es ist nun mal so.
00:03:32: Und jetzt kommt der Punkt der für mich alles verbindet.
00:03:36: Ja, jetzt werdet ihr wahrscheinlich überrascht sein.
00:03:39: Aber diese ganze Mockup-Welt – ich habe es jetzt ausgesprochen!
00:03:42: Ich liebe sie auch und nutze sie auch.
00:03:45: Sie sind ein super Tool um wirklich in dieser Schnelllebigkeit eine Marke zu transportieren.
00:03:52: Aber auch da sehe ich immer wieder das Gleiche und damit meine ich nicht das gleiche Mock
00:03:57: up.".
00:03:58: Ich sehe einfach ein perfektes Mockup, ein schönes iPhone, ein schönes Magazin eine schöne Visitenkarte in einem hochwertigen Setting.
00:04:05: Toll ausgeleuchtet!
00:04:07: Ein tolles Licht- und Schattenspiel Und darin sitzt ein Design das eigentlich nichts erzählt.
00:04:15: Oft sind es einfach Initialen dekorativ zusammengeschoben Eine schöne Schrift, ein bisschen Feinschliff Und das soll die Marke sein.
00:04:23: Das Mockup macht dann aber eigentlich den Rest!
00:04:26: Wenn man ehrlich ist, spricht das Mock-Up mehr als das Design was da drin sitzt.
00:04:32: und genau da sabotiert man sich als Designer innen selbst weil man denkt man zeigt gutes Design aber man zeigt nur ein gutes Mock up.
00:04:42: Und das ist ein Riesenunterschied.
00:04:44: Gerade heute, wo alles verfügbar ist – Bilder, Schriften, Mockups!
00:04:49: Du kannst hier in kürzester Zeit etwas zusammenbasteln, dass hochwertig wirkt.
00:04:54: Aber hochwertiger Wirken ist nicht leicht durchdacht und genau da wird es gefährlich.
00:05:03: Ich glaube, ein großer Teil davon liegt darin, dass wir unsere eigene Rolle nicht klar greifen.
00:05:08: Weil wir uns alle ziemlich schnell Branddesigneren nennen können – was erstmal völlig okay ist!
00:05:14: Aber niemand prüft von außen ob du diese Rolle auch wirklich ausfüllst und genau deshalb verschwimmt gerade so viel.
00:05:21: Früher war das klarer.
00:05:23: Es gab die Grafik-Designer, die haben gestaltet Die Art Director, die haben entschieden und die Creative Director, sie haben die Richtung vorgegeben.
00:05:30: Und das waren keine Titel, das waren Verantwortungen!
00:05:34: Heute liegt das oft alles an dieser einen Person, die ihre Selbstständigkeit
00:05:39: führt.".
00:05:39: Das klingt erst mal nach Freiheit aber in Wahrheit bedeutet es dass du all diese Ebenen gleichzeitig tragen musst und die Frage ist Kannst Du das?
00:05:49: oder bewegst du dich eigentlich nur auf der Gestaltungsebene und nennst es Strategie, weil genau da entsteht diese Lehre.
00:05:56: Design sieht gut aus aber es hat keine klare Entscheidung dahinter – das spüren Kundinnen am Ende!
00:06:04: Und Du willst die richtigen Kundinnen, die nämlich Deine Preise auch bezahlen?
00:06:10: Aber man zahlt höhere Preise nicht nur für schöne Gestaltung.
00:06:16: Und jetzt kommt noch ein Punkt, der da direkt anschließt.
00:06:18: Wir sprechen alle gerade von Personal Brands und ich frag mich wirklich was steckt denn schon in diesem Wort?
00:06:28: Personal also persönlich einen Mensch und Menschen sind nie allglatt.
00:06:34: Also keiner, kein Mensch ist komplett reduziert perfekt und durchgestalt.
00:06:39: Wir haben alle Kranken wir haben alle Widersprüche!
00:06:41: Wir haben Dinge die nicht zusammen passen und genau das macht uns doch interessant.
00:06:47: Und dann schauen wir uns an was wir daraus machen?
00:06:50: Wir übersetzen Persönlichkeit in perfekte Vies In durchgestalte Oberflächen Ja, in den Ästhetik die nichts mehr riskiert.
00:07:00: Und das ist ein kompletter Widerspruch in meinen Augen!
00:07:04: Du versuchst etwas Persönliches in eine Form zu pressen... die alles persönlich rausfiltert.
00:07:09: Und genau deshalb funktioniert so viel Personal Branding nicht, weil es aussieht wie Personal Brand sich aber nicht so anfühlt.
00:07:17: und das hat nicht nur was mit dem Design zu tun, dass halt etwas mit dir zu tun – mit der Frage, wie du arbeitest, wie Du sprichst und wie Du Entscheidungen trist, weil da am Ende genau das sichtbar wird!
00:07:29: Nicht dein perfektes Layout sondern wirklich und jetzt kommt ein Buzzword deine Klarheit Oder eben deine Unsicherheit.
00:07:38: Und ich sage das jetzt immer wieder, wenn du weißt wer du bist wie du sprichst und was du kannst dann verändert sich alles.
00:07:46: Wenn ich das alles zusammenziehe dann sehe ich drei Dinge Ich habe Angst vor Unperfektheit und glätte einfach alles kontinuierlich aus.
00:07:54: Wir gestalten für Ästhetik und den Feed Statt für echte Wirkung und wir verstecken fehlende Entscheidungen hinter starken Mockups.
00:08:03: Und genau das sorgt dafür, dass Design an Kraft verliert!
00:08:07: Ja – und genau in diesem Punkt gehe ich am Freitag wirklich tiefer rein.
00:08:11: Am achten Fünften jetzt kommenden Freitags um zehn Uhr mache ich eine Masterclass zum Thema Konzept.
00:08:18: Ich zeige dir da nicht einfach fertige Ergebnisse… Illustrator-Datei.
00:08:25: Ich zeige dir, wie Entwürfe wirklich entstehen, wie ich Entscheidungen treffe und wieder raus ein Konzept wird das trägt also nicht nur gut aussieht sondern wirklich begründet ist!
00:08:36: Und wenn du merkst dass du genau da gerade hängst, dass du viel machst aber nicht immer klar sagen kannst warum genau diese Lösung die Richtiger ist.
00:08:44: dann ist es jetzt dein Thema.
00:08:46: den Link findest Du in der Bio.
00:08:49: Die Frage ist also nicht ob dein Design gut aussieht?
00:08:53: ob es etwas sagt und ob du das auch halten kannst.
00:08:58: Sieht gut für dich aus!
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